Der majestätische Rotmilan ist das Symbol der offenen Agrarlandschaft – und im Rotmilanzentrum dreht sich alles um diesen faszinierenden Greifvogel. Als Beratungs- und Informationszentrum haben wir uns dem Schutz und dem Erhalt dieser besonderen Vogelart verschrieben. Mit unserer Arbeit wollen wir die Lebensbedingungen für den Rotmilan im Land verbessern und so einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der offenen Landschaft leisten.

Das Besondere am Rotmilan ist, dass er ausschließlich in Europa vorkommt. Etwa die Hälfte aller Rotmilane brütet in Deutschland. Damit ist Deutschland ein bedeutsames Kerngebiet dieser charismatischen Vogelart. Mit mehr als 2.000 Brutpaaren ist Sachsen-Anhalt eine der wichtigsten Regionen der weltweiten Verbreitung des Rotmilans. In der Natur übernimmt der Rotmilan als Aasfresser eine wichtige Aufgabe und gilt als „Schirmart“ für die Vögel der Agrarlandschaft.

Das Rotmilanzentrum ist ein Beratungs- und Informationszentrum, dass sich in erster Linie mit dem Schutz des Rotmilans befasst. Es wurde 2016 vom „Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum e.V.“ mit der Förderung des Landes Sachsen-Anhalt gegründet.

Um den Rotmilan in Sachsen-Anhalt langfristig zu erhalten, hat sich das Rotmilanzentrum das Ziel gesetzt die Lebensbedingungen im Land zu verbessern und die Population nachhaltig zu sichern.

Unsere Ziele zu erreichen ist alleine kaum möglich. Daher suchen und nutzen wir eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit allen am Rotmilanschutz beteiligten Akteuren. Dazu gehören neben Ämtern und Behörden (Umweltämter, Ämter für Landwirtschaft, Obere Naturschutzbehörde etc.) auch Planungsbüros, Landnutzende und die Politik.

Unsere Projekte beschäftigen sich unter anderem mit Bestandserfassungen, Gefährdungsursachen und der Nutzung der Landschaft durch den Rotmilan. Denn nur wenn man weiß wie Rotmilane ihren Lebensraum nutzen und welchen Gefahren sie ausgesetzt sind, können effektive Schutzkonzepte entwickelt werden. Gerade in Bezug auf Wechselwirkungen zwischen Rotmilanen und erneuerbaren Energien sowie auf die Nutzung von Schutzmaßnahmen in der Landwirtschaft bestehen erhebliche Wissenslücken.

Vor und während der Projekte stimmen wir uns eng mit den zuständigen (Fach-)Behörden, den lokalen Ornitholog*innen und Greifvogelexpert*innen ab. Die von uns erhobenen Daten dienen nicht dem Selbstzweck, sondern werden zielgerichtet erhoben, ausgewertet und publiziert. Ein regelmäßiger Austausch zwischen Natur-/Artenschutz, Behörden, Landnutzenden, Vorhabenträgern sowie interessierten Bürger*innen ist notwendig, um Wissenslücken und Probleme aufzudecken und diese möglichst gemeinsam schließen bzw. lösen zu können.

Nur durch konkrete Informationen zur Verbreitung und den Gefährdungsursachen sowie Erfahrungen zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen kann eine zielführende Beratung erfolgen. Unsere Beratungstätigkeit beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die wir durch die Zusammenarbeit mit Hochschulen, Universitäten und weiteren Forschungseinrichtungen sowie durch eigene Untersuchungen erlangen.

Für eine verbesserte Wahrnehmung der Belange des Rotmilans in der Öffentlichkeit werden unsere Aktivitäten auch durch Pressearbeit sowie durch Vorträge und Führungen begleitet.

Mehr Informationen zur Arbeit des Rotmilanzentrums und zum Rotmilan finden Sie unter www.rotmilanzentrum.de

Damit wir langfristig Aussagen zur Entwicklung des Rotmilanbestandes und damit zur Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen treffen können, wird ein repräsentatives Monitoring für den Rotmilan in Sachsen-Anhalt aufgebaut.

telefonische Erreichbarkeit:
Mo.-Fr.: 08:00 – 16:00 Uhr

persönliche Besuche bitte nur nach Absprache.

Rotmilanzentrum am Museum Heineanum
Am Kloster 1
38820 Halberstadt

Museum für Vogelkunde – Heinenaum

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Förderkreis für Vogelkunde am Museum Heinenaum e.V.

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